Schöttelkarspitze

König Ludwigs höchstgelegener Pavillon

von Magdalena Sailer

Weitverbreitet ist die Tatsache, dass König Ludwig II. die Berge, sowie die Einsamkeit in den Bergen, liebte. Weniger bekannt hingegen sind die vielen Gebirgsketten, die der König zwar mehrmals besuchte, auf denen er jedoch kein Schloss, wie beispielsweise auf dem Schachen, errichten ließ. Ein Beispiel dafür wäre die 2050 Meter hohe Schöttelkarspitze im Vorkarwendel, bei Krün. Um dort den Einklang mit der ruhigen Natur zu finden, wurde eigens für den Märchenkönig ein kleiner Pavillon direkt auf dem Berggipfel erbaut.

Der Vorhang aus Kiefern und Fichten öffnet sich zum Blick auf die Schöttelkarspitze

Das Belvedere am höchsten Punkt des Gipfels

Vom nahegelegenen Soiernhaus zog es König Ludwig II. oft auf die 2050 Meter hohe Schöttelkarspitze. Um in absoluter Einsamkeit den frühen Sonnenaufgang, sowie den grandiosen Blick über das mächtige Karwendelgebirge, zu genießen, ließ sich der Märchenkönig 1869 vom Zimmermeister Matthias Ostler aus Garmisch und dem Maurermeister Franz Resch, Partenkirchen, ein Belvedere (Pavillon) auf den Gipfel der Schöttelkarspitze bauen.

Die Schöttelkarspitze (2050m) mit Ludwigs höchst gelegenem Pavillon um 1890

Ein weiterer Rückzugsort in die Einsamkeit

In dieses einfach eingerichtete Belvedere zog Ludwig sich manchmal für einige Tage und Nächte zurück, wenn der die Einsamkeit suchte. Auch in Briefen an seine ehemalige Erzieherin Sybille von Leonrod erwähnte er seinen kleinen Rückzugsort: „…ich richte diese Zeilen von der Soiernhütte aus an Dich… eine 7000‘ hoch gelegene nicht zum Wohnen eingerichtete Hütte ist unweit von hier, ich ritt gestern zu Tisch hinauf.“

Die 2050m hohe Schöttelkarspitze im Karwendelgebirge

Der Verbleib des Pavillons

Nach seinem Tod kümmerten sich die Nachfolger nicht mehr um den Pavillon, der immer mehr verfiel und schließlich 1930 abbrannte, was in einem Führer durch Krün, Wallgau und Umgebung, 1934, festgehalten wurde: „1930 brannten die letzten Reste des Baus wahrscheinlich durch die Unvorsichtigkeit eines Touristen ab.“

Literatur:
Mario Praxmarer, Peter Adam, Ludwig II. in der Bergeinsamkeit von Bayern und Tirol, Garmisch-Partenkirchen 2002

[nggallery id=Soiern-Schöttelkarspitze]

Informationen zur Schöttelkarspitze

Höhe: 2050m

Lage: Karwendel (Soierngruppe)

Geographische Lage: 45° 29‘ 40‘‘ N, 11° 19‘ 45‘‘ O

Anfahrt: Über die A95 München – Garmisch und weiter auf der B2 in Richtung Mittenwald bis Krün. In Krün vor der Kirche rechts abbiegen in den Fischbachalmweg. Nach etwa 500 Metern befindet sich linkerhand kurz vor der Isarbrücke ein Wanderparkplatz.

Ausgangspunkt: Wanderparkplatz in Krün (875m)

Lage der Schöttelkarspitze:

Unbenannt auf einer größeren Karte anzeigen